Strom aus Biomasse erzeugen

Stromerzeugung aus Biomasse (Logo)Elektrizität aus Biomasse (Header)

Sie sind hier: > Alternative Energien > Bioenergie > Strom aus Biomasse erzeugen

Stromerzeugung aus Biomasse

2011 hatte die Stromproduktion aus Biomasse in Deutschland einen Anteil von 12,5 Prozent an der Energiebereitstellung aller erneuerbarer Energien. Einen beträchtlichen Beitrag zur Elektrizität aus Biomasse leisten Zellstoff- und Papierverarbeitende Betriebe, bei denen Rückstände aus ihren eigenen Produktionsprozessen genutzt werden, um damit die eigene Stromerzeugung zu betreiben.

In den USA stehen nach Schätzungen der US Energiebehörde EIA jährlich bis zu 590 Millionen Tonnen von nasser Biomasse verfügbar. Viele Biomassekraftwerke nutzen Bauholz, landwirtschaftliche Holzabfälle oder und Holzreste von Abbruchstellen und Entrümpelungen.

Obwohl die Möglichkeiten zur Stromerzeugung aus Biomasse sicher noch nicht voll ausgeschöpft ist, sind bereits heute unterschiedliche Technologien im Einsatz, die im folgenden beschrieben werden.

Direkte Verbrennung

Bei diesem Prozess nutzen spezialisierte Kraftwerke direkte Verbrennungsprozesse um Strom zu erzeugen indem sie Biomassebrennstoffe in Heizkesseln verbrennen. Dieser Prozess erzeugt Dampf, der dazu genutzt wird, um mit denselben Dampfgeneratoren, die auch mit fossilen Brennstoffen betrieben werden können, Strom zu erzeugen.

Kombinierte Verfeuerung

Kombinierte Verfeuerungsprozesse kombinieren eine Kohle- und Biomasseverbrennung um Energie zu erzeugen. Kräuterartige und hölzerne Materialien wie Weide, Pappel und Schilfgras werden der Kohle in einem Kohlekraftwerk beigefügt. Damit man von einer wirklich "kombinierten Verbrennung" sprechen kann, muss die Biomasse ein bis 15 Prozent der Energiequelle neben der Kohle ausmachen. Bei diesem Prozess wird die Biomasse, wie die Kohle auch, in Heizkesseln verbrannt. Kombinierte Verfeuerungsprozesse sind sehr wirtschaftlich, da zusätzliche Investitionen sich größtenteils auf eine weitere Heizanlage, die Biomasse verbrennen kann, beschränken. Eine schon vorhandene Kohleverbrennungsanlage muss dann nur um diese neue Anlage erweitert werden. Dies ist selbstverständlich kostengünstiger, als ein komplett neues Kraftwerk zu errichten.

Da auch heute noch ein großer Teil der Stromproduktion von Kohlekraftwerken geleistet wird, ist diese Kombi-Verfeuerung eine weitere preiswerte Möglichkeit um Elektrizität aus Biomasse zu erzeugen. Obendrein ist die Verbrennung von Biomasse zur Stromerzeugung weniger luftverschmutzend als die Verfeuerung von Kohle. Durch den Ersatz von Kohle durch Biomasse wird der Ausstoß von Stickstoff- und Schwefeloxide, durch die Smog, Ozonverschmutzung und saurer Regen verursacht wird, deutlich verringert. Außerdem setzt die kombinierte Verfeuerung weniger Kohlendioxid frei. All dies zeigt, warum die Kombi-Verbrennung eine so beliebte, preiswerte und umweltschonende Möglichkeit ist, um den Verbrauch fossiler Brennstoffe wie Kohle zu verringern.

Vergasung von Biomasse

Bei der Vergasung von Biomasse wird diese in entzündliches Gas, wie beispielsweise Methan, verwandelt, welches dann genutzt wird, um Dampfkessel, Brennstoffzellen, Gasturbinen oder Kombikraftwerke mit Gas- und Dampf-Technologien anzutreiben. Diese vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten sind der wichtigste Vorteil der Biomassevergasung gegenüber der direkten Verbrennung, doch manche dieser Prozesse befinden sich heute noch im Forschungsstadium.

Anaerobe Vergärungsprozesse

Strom aus Biomasse zu erzeugen birgt großes Potential

Anaerobe Vergärungsverfahren nutzen Tierdung und feste, organische Abfälle als Brennstoff. Diese Abfallstoffe werden durch Wasser und Bakterien aufgelöst und zersetzt, wobei sie Methan und andre Gase freisetzen. Mit dem Methangas werden dann Stromturbinen angetrieben. Die anaerobe Vergärung geschieht auf natürliche Weise, sobald feuchte, organische Abfälle ohne Zugabe bzw. Vorhandensein von Sauerstoff in größeren Mengen verrotten. In der Natur geschieht dies normalerweise in Sümpfen und Torfmooren, auf dem Grund von Teichen und Tümpeln, aber auch im Gedärm von Tieren und nicht zuletzt auf Mülldeponien, wo sich überall reichlich Methangas entwickelt und freigesetzt wird.
Das Auffangen und Zwischenlagern von Methan zur späteren Nutzung als Brennstoff hat zudem den vorteilhaften Nebeneffekt für die Umwelt, dass dieses Methan nicht direkt in die Atmosphäre gelingen kann, wo es eines der stärksten Treibhausgase ist.

Zur Stromerzeugung aus Biomasse bieten sich also zahlreiche Möglichkeiten und Vorgehensweisen an, aber fast alle erfordern moderne Technologien, die sicherstellen, dass die Entstehung und Freisetzung von Treibhausgasen, die mit der Verbrennung von organischen Materialien Hand in Hand gehen, auf ein Minimum beschränkt bleiben. Auf alle Fälle ist die Erzeugung von Strom aus Biomasse eine umweltfreundlichere Alternative als jene durch Kohlekraftwerke. Elektrizität aus Biomasse ist ebenfalls eine bessere Lösung als die Stromerzeugung durch Atomkraftwerke, da sie späteren Generationen keine strahlenden Altlasten hinterlässt.

Sitemap   Impressum   Kontakt   Rechtliches & Haftungsausschluss
© 2007-2018 - Alle Rechte vorbehalten

Strom aus Biomasse erfordert moderne Technologien, welche die Freisetzung von Treibhausgasen verhindern