Holzvergaser - Pro und Contra

Holzvergaser können diverse Biomasse als Brennstoff verwerten (Logo)Holzgas: ein Brennstoff für Öfen, Kamine und sogar für Fahrzeuge (Header)

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Die Bedeutung von erneuerbaren Energiequellen

Auf der Suche nach alternativen Energiequellen, welche die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen beenden könnten, fällt unser Augenmerk unter anderem auch auf Brennstoffe, die vor Jahrzehnten bereits genutzt und dann wieder vergessen oder durch andere Quellen ersetzt wurden. Einer dieser "alten Brennstoffe", die nun erneut erprobt werden, ist Holzgas.

Was ist Holzgas?

Holzgas ist das Endprodukt von verbrennender Biomasse oder anderer kohlenstoffhaltiger Materialien, die bei hohen Temperaturen kontrolliert und nur mit geringer Zufuhr an Sauerstoff verbrannt werden. Solch ein Vorgang produziert Kohlenmonoxid, Wasserstoff und kleine Mengen anderer Gase wie Methan.

Im weiteren Verlauf werden Kohlenmonoxid und Wasserstoff mit reichlich Sauerstoff verbrannt, wodurch Kohlendioxid, Hitze und Wasser entstehen. Holzgas kann als Brennstoff für Öfen, Kamine und sogar für Fahrzeuge genutzt werden. Dabei ist der "Holzvergaser" jene Apparatur, welche diesen Prozess möglich macht. Ein Holzvergaser kann stationär oder beweglich - beispielsweise an einem Fahrzeug - montiert sein. Seine Größe kann von den Ausmaßen eines Kochers bis zur Dimension eines Kraftwerks variieren. Während die meisten Holzvergaser mit Holzkohle oder (Scheit-)Holz als Brennstoff betrieben werden, finden sich auch Modelle, die mit anderer Biomasse wie Sägemehl, Holzspäne bzw. Holzschnitzel oder landwirtschaftlichen Abfällen wie Kokosnussschalen, Hülsen, Spreu und Äste betrieben werden können. Manche Leuten experimentierten sogar schon mit Kaffeesatz.

Im 19. Jahrhundert wurde in vielen europäischen Städten Holzgas zur Wohnraumbeheizung verwendet. Während des 2. Weltkriegs nutzten zahlreiche Fahrzeuge Holzgas als Kraftstoff, anstelle von Benzin. Noch bis in die 50er Jahre sah man etliche Fahrzeuge mit Holzvergaser - meist Lastwagen und landwirtschaftliche Maschinen - auf deutschen Straßen.

Besonders von Menschen, die von den großen Energielieferanten unabhängiger werden wollen, da sie möglicherweise über billiges Holz als Energiequelle verfügen, wird heute Holzgas wieder mehr Beachtung geschenkt. Holzvergaser geniesen darüber hinaus auch in Entwicklungsländern immer größere Popularität, besonders in der Form effizienter, hauswirtschaftlicher Kocher.

Vorteile von Holzgas

  1. Nach nur geringfügigen Änderungen am Vergaser können Ottomotoren mit Holzgas an Stelle von Benzin betrieben werden. Dieselmotoren benötigen als einzige Veränderung ein Drosselungsventil, das eingebaut werden muss, damit das Gas in den Lufteinlass eingespeist werden kann.
     
  2. Holzgas ist ein höchst effizienter Brennstoff. Bei der Vergasung werden nahezu 75 Prozent des Brennstoffs in ein brennbares Gas verwandelt. Versuche haben gezeigt, dass unter normalen Fahrbedingungen 1000 kg Holz bis zu 365 Liter Benzin ersetzen können.
     
  3. Holzvergaser können als Brennstoff auch jene Biomasse verwerten, die ansonsten nur einfache Abfälle wären. In Asien nutzen die Menschen auch Reisspelzen, die als Nebenprodukt bei der Reisernte anfallen. Die nach dem Verbrennen zurück bleibende Asche ist ein hervorragender Pflanzendünger. All dies macht Holzgas zu einer rundum erneuerbaren Energiequelle.
     
  4. Fahrzeuge, die mit Holzvergaser fahren, verursachen deutlich weniger schädliche Abgase als ihre benzinbetriebenen Pendants. Dies wird in der Menge der Wasserstoffemissionen, des Feinstaubs, sowie beim Kohlenmonoxid deutlich.

Nachteile von Holzgas und Holzvergasern

Holzgas entsteht in Holzvergasern als Folge von verbrennender Biomasse
  1. Der größte Nachteil beim Einsatz von Holzvergasern ist die Entstehung von Kohlenmonoxid, ein höchst giftiges Gas, das bereits in kleinen Mengen tödlich sein kann. Daher ist die regelmäßige Wartung von Holzvergasern ein zwingendes Muss und nur Modelle, die eingehend getestet und mit einem Sicherheitszertifikat versehen sind, dürfen zum Einsatz kommen. Aus diesem Grund sollten Holzvergaser, die stationär zur Wohnraumbeheizung montiert werden, nur außerhalb der Wohnräume aufgestellt werden.
     
  2. Der Prozess der Holzvergasung ist recht komplex und kann fehleranfällig sein. Viele Faktoren können schief gehen, welche die Vergasung dann erfolglos verlaufen lassen.
     
  3. Der Brennstoff ist oft sperrig und benötigt einen großen Lagerplatz. Viele Holzvergaser müssen recht häufig nachgefüllt werden. Erst bei einigen der neueren Anlagen kann dies automatisch geschehen.
     
  4. Asche und andere Überreste sind schmutzig und müssen sorgfältig entsorgt werden.

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Holzgas ist das Endprodukt von verbrennender Biomasse, die bei hohen Temperaturen kontrolliert verbrannt wird