Biodieseltaugliche Fahrzeuge und Motoren

Biodieseltaugliche Fahrzeuge und Motoren (Logo)Biodieselherstellung ist weniger aufwendig und umweltfreundlicher (Header)

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Biodiesel - eine wirtschaftliche, erneuerbare Energiequelle

Biodiesel findet als ein hervorragender und sauberer, erneuerbarer Ersatz für fossile Brennstoffe mehr und mehr Beachtung. Doch genau betrachtet ist Biodiesel kein so neuer Kraftstoff. Genau genommen waren die ersten Dieselmotoren, die Rudolf Diesel 1900 erfand, bereits so konzipiert, dass sie mit Erdnussöl angetrieben wurden. Und sie liefen damit bis in den 1920ger Jahre, als Mineralöldiesel die alten Kraftstoffe ablöste.

Diesels Plan war es gewesen, dass die Bauern einen Motor besitzen, der ihnen die Arbeit erleichterte und für den sie den Kraftstoff selbst anbauen und herstellen konnten. Viele Jahre später gewinnt diese Idee wieder neue Freunde und Nachahmer, und es gibt eine wachsende Nachfrage für biodieseltaugliche Fahrzeuge.

Was ist Biodiesel?

Biodiesel wie wir es heute kennen ist ein Brennstoff, der aus unterschiedlichen pflanzlichen Ölen und tierischen Fetten hergestellt werden kann. Damit daraus ein biodieseltauglicher Kraftstoff wird, muss aus dem Öl das Glycerin, welches darin ihnen enthalten ist, entfernt werden. Dies geschieht in Raffinerien, wo die Öle durch eine Umsetzung mit Alkohol verarbeitet werden. Dieser Vorgang wird als Umesterungsverfahren bezeichnet. Nur Biodiesel, das nach genauen Vorgaben hergestellt wurde, kann als ein Biokraftstoff verwendet werden, der mit Mineralöldiesel vergleichbar ist.

In Deutschland wird an Tankstellen Biodiesel angeboten, das aus Raps hergestellt wurde (RME). Achten Sie bei der Tankstelle auf den Hinweis der Arbeitsgemeinschaft Biodiesel e.V.: "Entspricht DIN EN 14214". Dies garantiert Ihnen, dass Sie Biosprit tanken, der Ihrem Pkw nicht schadet. Die Biodieselherstellung beruht auf einem recht einfachen Verfahren. Außerdem sind Biodiesel-Raffinerien weniger aufwendig und wesentlich umweltfreundlicher als Mineralöl-Raffinerien.

Eigenschaften von biodieseltauglichen Motoren

In Deutschland wird Biodiesel aus Raps hergestellt

Für vorschriftsmäßig raffiniertes Biodiesel haben die meisten deutschen Fahrzeughersteller eine Biodiesel-Tauglichkeitsfreigabe erteilt, so dass es in normalen Dieselmotoren dem herkömmlichen Dieselkraftstoff beigemischt werden kann oder gar als reines Biodiesel getankt werden darf. Ohnehin dürfen Mineralölfirmen dem herkömmlichen Mineralöldiesel bereits seit Jahren bis zu 5% Biodiesel beimischen, ohne dass dabei Beeinträchtigungen am Motor auftreten. Und seit die meisten modernen Dieselmotoren synthetische Gummikomponenten und andere biodieseltaugliche Bauteile verwenden, gibt es auch keinen Grund mehr eigens Biodieselmotoren zu entwickeln. Verschiedenste Labor- und Straßentests haben ergeben, dass Kraftfahrzeuge, die mit Biodiesel betankt wurden, die gleichen Drehzahlen pro PS wie jene, die Mineralöldiesel im Tank haben. Untersuchungen haben auch gezeigt, dass geringe Mengen von Biodieselbeimischungen bereits eine deutliche Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Kraftstoffverbrauchs von biodieseltauglicher Fahrzeuge bewirken.

Das Internationale Wirtschaftsforum für regenerative Energien (IWR) hat auf seiner Webseite eine Liste der biodieseltauglichen Fahrzeugtypen veröffentlicht.

Mit einem Umrüstbausatz, der Pflanzenöl aus der Küche erhitzt, von ist es sogar möglich, dass dieser Brennstoff auch in herkömmlichen Dieselmotoren verwendet werden kann und dieselbe Leistung, Kraft und Beschleunigung wie Mineralöldiesel bringt.

Vorteile von biodieseltauglichen Autos und Biodieselkraftstoff

  1. Fast alle modernen, deutschen Fahrzeugtypen, die mit Mineralöldiesel angetrieben werden, besitzen biodieseltaugliche Motoren mit denen sie ohne weitere Nachrüstungen oder Umbauten mit Biodiesel betankt werden können. Allerdings kann es vorkommen, dass sich nach einem Wechsel vom herkömmlichen Diesel zum Biokraftstoff die Wartungsintervalle für Fahrzeug und Motor ändern.
     
  2. Biodieselkraftstoff kann die gleiche Leistung wie Mineralöldiesel erreichen und die Wirtschaftlichkeit des Kraftstoffverbrauchs steigern.
     
  3. Biodieseltaugliche Motoren zeigen eine längere Haltbarkeit, da sie einen niedrigeren Motorverschleiß haben. Sie sollten allerdings nach den ersten Betankungen die Kraftstofffilter wechseln, da Biodiesel alte Tankablagerungen lösen kann.
     
  4. Biodieselmotoren erzeugen einen wesentlich geringeren Schwefelgehalt und erfüllen somit neueste Umweltvorgaben.
     
  5. Biodieseltaugliche Fahrzeuge bzw. biodieseltaugliche Motoren laufen deutlich ruhiger.
     
  6. Die Nutzung von Biodiesel anstelle von Mineralöldiesel gewährleistet eine deutliche Reduzierung des freigesetzten Kohlenmonoxids, Kohlenwasserstoffs und der Feinstaubpartikel. Die Verbrennung von Biodiesel hinterlässt außerdem keine Sulfate und Schwefeloxide, die Teil des sauren Regens sind. Stickoxidemissionen werden ebenfalls verringert und die Fähigkeit die Ozonschicht zu gefährden ist halb so groß wie beim Verbrauch von herkömmlichem Dieselkraftstoff.

Mit dem stetigen Anstieg der Mineralölpreise und den immer strengeren Umweltgesetzen ist Biodiesel eine gute Alternative, ganz besonders für Großverbraucher und schwere Transportfahrzeuge wie Busse, Lastwagen und landwirtschaftliche Maschinen. In der Forschung wird bereits nach Ausweichlösungen für andere nachwachsende Rohmaterialien gesucht, die keine Nutzpflanzen als Rohstoffquelle nutzen, wie beispielsweise gebrauchtes Speise- bzw. Pflanzenöl, Algen oder Salzpflanzen, also Pflanzen, welche in Salzwasser wachsen, wo gewöhnlich keine Nutzpflanzen angebaut werden können.

Der Verbrauch von Biodiesel ist in der EU seit 2005 stetig gestiegen, wobei in Deutschland der Verbrauch am höchsten ist, gefolgt von Frankreich, Österreich, Großbritannien und Spanien. In den letzten Jahren, besonders seit 2012, ist die heimische Biodieselherstellung allerdings wegen Billigimporten von brasilianischem und indonesischem Biodiesel stark eingebrochen. In den USA lag die Biodieselproduktion 2010 bei ca. 1,2 Milliarden Litern. Dort wird Biodiesel bereits schwerpunktmäßig im öffentlichen Transportwesen bei Bussen, Lkw und bei landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen eingesetzt.

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Biodieseltaugliche Motoren laufen länger, verursachen weniger schwefelhaltige Schadstoffe und sind leiser